Alle Jahre wieder kann man vor und nach den weihnächtlichen Festtagen das folgende Phänomen beobachten, welches ich gerne gleich erläutere. Da ich es nun schon einige Jahre kenne, kann ich das Ganze mittlerweile klar in drei Wellen unterteilen, die ab Dezember über meinem RSS-Reader hereinbrechen. Den Start markiert ende November anfangs Dezember der natürliche Drang, dass alles und jedermann das Bedürfnis hat das zu ende gehende Jahr  irgendwie zu bilanzieren: Es ist die grosse Zeit der Jahres-Summaries, persönlichen Höhepunkte und rückblickenden Blogartikel. Kaum nehmen diese dann ab, bricht an Weihnachten die geballte Ladung von Weihnachtsglückwünschen ins (Browser-)haus, und als es auf Sylvester zuging kam das grosse Schlussbouquet mit unzähligen Neujahrswünschen.

In diese Schlacht wollte ich nicht auch noch einsteigen! Aber trotzdem ist auch bei mir der Jahreswechsel so ein Moment um Inne zu halten, zurück und aber auch nach vorn zu schauen. Ein paar dieser Gedanken möchte ich gerne mit euch teilen.

Das letzte Jahr war in vielerlei Hinsicht sehr erfolgreich und reich an Erfahrungen und guten Erlebnissen. Als Hochzeitsfotograf konnte ich so viele Hochzeiten fotografieren wie noch nie - mit jedem einzelnen Fest fand ich dabei selbst Freude, Bestätigung und Zufriedenheit dass ich hier am richtigen Ort bin. Ich geniesse die Erlebnisse mit Brautleuten und den Gästen und die Möglichkeit kreativ sein zu können! Jede Hochzeit ist anders, sowie das Brautpaar, die Gäste, die Orte - es ist extrem abwechslungsreich! Es ist ein Glücksgefühl sondergleichen, dem Brautpaar im Abschluss ihre Bilder überreichen zu dürfen! Aber auch die Kehrseite der Medaille wurde mir vor allem im Sommer bewusst: Da ich die Fotografie nicht als Hauptberuf habe ist meine verfügbare Zeit dafür auch begrenzt. Neben den Festwochenenden habe ich viele Abende damit verbracht. Bilder zu sortieren, auszuwählen, zu bearbeiten und auszuliefern. Alles Dinge die ich gerne mache, aber eben leider an meiner Zeit nagen...

Fürs 2012 habe ich mir aus diesem Grund folgendes vorgenommen:

  • Maximal 2 Hochzeiten im Monat Ich möchte weiterhin mein Bestes geben für die Brautpaare die mich engagieren. Damit ich dies aber auch kann möchte ich nur noch an jedem 2. Wochenende eine Hochzeit annehmen. Dies bedeutet, dass ich schon jetzt einige Anfragen absagen musste, weil ich lernen musste dass es sonst meine verfügbare Kapazität übersteigt. Es tut mir bei jeder Absage unendlich leid, doch ich freue mich auch schon jetzt auf die anstehenden Hochzeiten, auch mit dem Wissen dass ich dort alles von mir hineingeben kann was ich habe.
  • Nur noch ganztägige Aufträge Die letzten Jahre über hatte ich jeweils verschiedene "Hochzeits-Packages" im Angebot. Was ich dabei aber immer mehr merken musste war: Am zufriedensten bin ich immer dann, wenn ich das ganze Fest fotografieren kann. Dies nicht nur wegen dem jeweils feinen Essen am Abend (durchaus auch einer der Vorzüge als Hochzeitsfotograf!) - nein, weil ich so die Möglichkeit habe, die Geschichte des Festes von Anfang bis Ende zu erzählen. Ich möchte mit meinen Bildern die Ereignisse am Hochzeitstag festhalten und als Erinnerungsstücke konservieren. Wenn davon nur der Zeitraum Kirche bis Apéro abgedeckt wird, so ist dass wie ein gutes Buch wo der letzte Teil nicht gelesen wird. Da ich dies in Zukunft nicht mehr so möchte, habe ich meine Angebote entsprechend angepasst. Dies gilt natürlich nicht für die Zusagen die ich schon jetzt für 2012 erteilt habe!

So, dass wird wohl der längste Post in meinem Blog bis dato - und noch dazu mit so wenig Fotos! Das Bild oben ist übrigens in den letzten Winterferien entstanden - In Kürze gehts wieder ins Wallis, vorausgesetzt die Strassen sind bald wieder offen...

Liebe Grüsse Christian