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Vielleicht ist das Ganze ja auch nur ein Fimmel von mir, doch ich hoffe doch dass mir der eine oder andere Fotograf kopfnickend zustimmt wenn ich sage: "Man kann nicht genug Taschen für seine Ausrüstung haben!" In den Jahren die ich nun fotografiere hat sich ausrüstungsmässig viel getan, Kameramodelle kamen und gingen und auch von einigen Objektiven, die ich zu Beginn freudig verwendete, habe ich mich in der Zwischenzeit wieder getrennt. Doch bei meinen Taschen und Rucksäcken hat es eigentlich wenig Abgänge gegeben, dafür um so mehr Zuwachs! Es ist halt nun mal so, dass es unzählige unterschiedliche Situationen beim Fotografieren gibt, die wieder ein anderes "Gefäss" für die Ausrüstung verlangen. Oder bei denen eine angepasste Hülle zumindest einen grossen Komfortgewinn bedeuten. Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin neuen Taschen, Rucksäcken, o. ä. immer offen gegenüber! :-)

Mein letzter Neuzugang in diesem Bereich ist der Shootsac. Nachdem ich an mehreren Orten im Netz immer mal wieder darüber gestolpert bin, habe ich in den sauren Apfel gebissen und das Objekt der Begierde in den Staaten bestellt. Der Bag ist alles andere als billig und der Versand nach Europa macht dies nicht besser...

 

Wieso habe ich einen Shootsac gekauft?

Wenn ich auf Hochzeiten unterwegs bin, habe ich immer eine grosse Menge Equipment dabei. Mein Lowepro Pro Roller leistet mir dabei einen super Dienst und ist meistens im Auto oder am Abend im Restaurant in meiner Nähe. Wenn ich aber tagsüber möglichst mobil sein soll, passt da der Koffer nicht so ganz ins Bild. Da die Kamera eh stets in der Hand liegt, benötige ich nur noch eine Tasche für Objektive und Zubehör, die ich unmittelbar in meiner Nähe brauche. Leider sind die meisten Taschen und Rucksäcke mehr für Kameras als für deren Zubehör ausgelegt - und genau hier kommt der Shootsac ins Spiel: Anders als andere Taschen ist er als reiner Lens Bag konzipiert. Also nichts für die Kamera, aber für Objektive und weiteres Zubehör, welches man gerne immer in seiner Nähe trägt.

Dieses Video von der Herstellerseite beschreibt die Funktionen des Shootsacs ziemlich gut:

Der Shootsac im Praxistest

Positiv

Der  Shootsac erfüllt für mich genau die Kriterien, die ich für den oben beschriebenen Anwendungszeck benötige:

  • Die Tasche ist super angenehm zu tragen. Auch nach einem ganzen Tag mit mehreren Objektiven beladen hinterlässt dies auf meinen Schultern keinen bleibenden Eindruck.
  • Der Shootsac passt sich super an den Körper an und bleibt da, wo er hingehört. Durch das Neopren-Material wird einerseits der Inhalt ideal umschlossen - die einzelnen Slots passen sich je nach Grösse des Objektivs an. Andererseits "biegt" sich die Tasche angenehm um den Körper und liegt so eng an.
  • Der Zugriff auf die Ausrüstung klappt gut, auch wenn ich zum Wechseln des Objektivs trotzdem meistens einen Ort suche, wo ich eines der beiden rasch abstellen kann. So gehts einfach rascher und sicherer...
  • Nicht so wichtig, aber trotzdem schön: Durch die auswechselbaren Cover kann man die Tasche nach persönlichen Vorlieben gestalten und so noch eine persönliche Note mit hineinbringen. Vor allem aber: Die Tasche schreit nicht schon von 100m Entfernung nach "Fotoausrüstung"!

Kritikpunkte

Wie so häufig sind Vorteile auf der einen Seite ab und zu auch unverhofft Nachteile an einem anderen Ort... Auch wenn ich insgesamt sehr zufrieden bin, habe ich doch ein paar Kritikpunkte entdeckt.

  • Die "Slots" des Shootsacs umfassen dank dem Neopren die Objektive fest. Dies ist gewünscht und gut - nichts wackelt. Wo ich mich aber enorm umgewöhnen musste: Nach jedem Objektivwechsel ist eine rasche Kontrolle von sämtlichen Schaltern an der Linse fällig! Sehr rasch ist durch das Ein- und Auspacken der Auto-Fokus auf Manuell verstellt worden. Oder man wundert sich nach den ersten Bildern über die plötzlich ach so zitternde Hand, dabei ist einfach die Stabilisierung am Objektiv ausgeschaltet...
  • Das Neopren passt sich wunderbar dem Körper an. Dieser Vorteil macht sich an heissen Tagen aber auch unerwünscht bemerkbar: Man schwitzt einiges mehr unter der Tasche!
  • Was ich noch zusätzlich sagen muss: Ich habe mir mit der Tasche gleich ein Shoulder Pad mitbestellt. Dies hätte man eigentlich beim Preis der Tasche als Standard erwarten können. Ich bin mir nicht sicher, ob der Tragekomfort ohne das Pad ebenfalls so hoch wäre, der normale Gurt ist nicht gepolstert.

Fazit

Der Shootsac ist für mich eine ideale Tasche an Anlässen, bei denen ich die Kamera eh immer zur Hand habe und nur meine Objektive, Systemblitze und Zubehör wie Akkus, Speicherkarten u.ä. benötige. Hier trumpft er auf und ich möchte ihn nicht mehr missen. Falls ihr ebenfalls über diese Investition nachdenkt, möchte ich euch das Shoulder Pad ans Herz legen, es steigert den Tragekomfort deutlich.